Steinleiden

Nierensteine gehören zu den häufigsten urologischen Erkrankungen. Die Häufigkeit von Nierensteinen bewegt sich in Mittel- und Westeuropa bei fünf Prozent. Das Verhältnis von betroffenen Männern zu Frauen liegt bei 7 zu 5. Am häufigsten tritt die Erkrankung zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.

Je nach Art, Lage und Größe können Steine heftigste Koliken, dumpfen Dauerschmerz, allgemeines Unwohlsein, Fieber und Blutbeimengungen im Urin verursachen. Ursache der Steinbildung in den Harnwegen ist die Kristallisation von Substanzen, die mit dem Urin ausgeschieden werden. Diese können sich in jedem Abschnitt der ableitenden Harnwege festsetzen.

Begünstigende Faktoren für die Entstehung von Nierensteinen sind zum Beispiel:

  • Vermehrte Ausscheidung steinbildender Substanzen wie zum Beispiel Calcium, Phosphat, Oxalsäure, Harnsäure oder Cystein bei entsprechender Veranlagung und / oder erhöhter Zufuhr über die Nahrung.
  • Hohe Flüssigkeitsverluste und / oder zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Abflussbehinderung in den ableitenden Harnwegen
  • Chronische Harnwegsinfekte mit Veränderung des Urin pH Wertes
  • Psychischer Stress

Bevor eine Steintherapie starten kann, müssen zunächst Untersuchungen durchgeführt werden. Hierbei wird entschieden, ob und wie der Stein am besten entfernt werden kann.

Die Diagnostik besteht in:

  • Erhebung der Krankengeschichte
  • Körperlicher Untersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Blutuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Röntgenuntersuchung mit / ohne Kontrastmittel

Wie bei den meisten Erkrankungen gilt auch hier: Je früher die Diagnose gestellt wird, umso weniger belastend ist die Therapie. Musste früher jeder therapiebedürftige Stein operiert werden, sind die Methoden heutzutage viel sanfter geworden.

Harnsteine können in folgender Weise behandelt werden:

  • Ausschwemmen der Harnsteine mittels Infusionstherapie in Verbindung mit krampflösenden und schmerzlindernden Medikamenten
  • Medikamentöses Auflösen bei Harnsäure- und kleinen Cystinsteinen
  • Minimal invasive, endoskopische Verfahren durch die Harnröhre
  • Zertrümmerung von Harnsteinen „von außen“ (ESWL)

In unserer Abteilung in der Raphaelsklinik verfügen wir über große Erfahrung in den oben genannten verschiedenen Behandlungsverfahren. Die apparative Ausstattung ist auf dem neuesten Stand. Insbesondere bei der Zertrümmerung eines Harnsteins „von außen“ durch ESWL (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) ist der Erfolg der Behandlung neben der Erfahrung des Arztes entscheidend von der Qualität des verwendeten Gerätes abhängig. Unsere Abteilung verfügt über ein Gerät der neuesten Generation, mit dem Steine aller Art mit maximaler Effektivität ohne Narkose zertrümmert werden können. Unsere Abteilung stellt hierbei das Referenzzentrum für den norddeutschen Raum dar.

In Abhängigkeit von der Steinbeschaffenheit bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Vorbeugung der Steinbildung. Die Effektivste und einfachste Art ist, den Urin durch Erhöhung der Trinkmenge so weit zu verdünnen, dass die steinbildenden Substanzen nicht auskristallisieren können. Bei Steinen die durch Entzündungen entstehen, kann nach der Infektbehandlung die Ansäuerung des Urins einer neuen Steinbildung vorbeugen. Bei Steinen, die im sauren Urin entstehen (z.B. Harnsäuresteine) kann eine Alkalisierung des Urins zum Erfolg führen. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann das Ergebnis günstig beeinflussen.